Seit es in der Liga Bonuspunkte zu vergeben gibt, werden diese immer als Ziel gesetzt um gegen übermächtige Gegner einen Achtungserfolg zu erzielen. Vier Versuche zu erzielen gibt einen, selbst bei einer Niederlage mit einer Spielpunkt Differenz kleiner acht gibt es einen weiteren Bonuspunkt. Zwei bis fünf Wertungspunkte sind so pro Spiel möglich. Ein Sieg mit mindestens vier Versuchen gibt die volle Punktzahl, nämlich fünf. Was den RK Heusenstamm betrifft, möchte man in dieser Saison immer diesen heiß begehrten Bonuspunkt ergattern, leider ist dies in 15 Spielen erst viermal gelungen. Zweimal Offensivbonuspunkt (4 Versuche) und zweimal Defensivbonuspunkt (Niederlage kleiner acht Punkte). Dazu drei Saisonsiege à vier Punkte macht derzeit 16. So bekleiden die Rot- Grünen leider wieder einen Abstiegsplatz.
Diese Situation ist den Männern vom Martinsee nicht unbekannt, seit dem Aufstieg 2007 kennen sie sich in diesen Gefilden gut aus. Bereits zweimal sportlich abgestiegen ist es dem RKH trotzdem immer gelungen, die Klasse zu halten, da einerseits der Deutsche Rugby Verband mit einer Reform nachhalf, das andere Mal wollte aus den 2. Ligen Nord und Süd keiner aufsteigen.
Auch in diesem Jahr dürfte eine Platzierung am Saisonende auf einem Abstiegsplatz kaum wehtun, eine sich anbahnende neue Struktur der Liga wird den Heusenstämmern die Erstklassigkeit sichern, der Deutsche Rugbytag, der im Juli in Hannover stattfindet, muss das erstellte Konzept genehmigen und schon geht’s in Liga 1 weiter. Dass es dazu kommt ist nahezu sicher, Veranstaltungen im Vorfeld, an denen dieses Konzept vorgestellt wurde, brachte eine breite Zustimmung bei den anwesenden Vereinen. Und diese Vereine sind eben beim Rugbytag zugegen und werden entsprechend abstimmen können.
Sicher wäre es aus Heusenstammer Sicht besser, sich nicht immer nach Saisonende auf Hilfe Dritter zu verlassen, schöner wäre es, auch sportliche Erfolge in der 1. Liga sehen zu lassen. Drei Siege in 15 Spielen, dazu herbe Klatschen gegen den Deutschen Meister Heidelberger RK sowie dem Vizemeister, SC Frankfurt 1880, zeigen einerseits ein Ungleichgewicht in der höchsten Deutschen Spielklasse, aber auch, dass es in Heusenstamm nicht vorwärts geht, man tritt auf der Stelle. Auch wenn im Heimspiel im September ein Bonuspunkt gegen die Frankfurter erzielt wurde, täuscht das nicht darüber hinweg, dass der RKH schon lange hinterher hinkt. Ein superjunges Team mit nur zwei erfahrenen Spielern über 30 ist zu grün für die 1. Liga.
Wie kann eine Lücke entstehen, die Spieler zwischen 24 und 32 Jahren vermissen lässt, wo sind die Akteure aus dem Jahr 2007, die in einem Super Zweitliga Endspiel Germania List vom Platz fegten? Sie wären die Garanten, die Routiniers, an denen sich die jungen Füchse messen könnten und auch Erfolge feiern würden. Die sehr gute Heusenstammer Jugendarbeit trägt weiter Früchte, aber kaum 18 Jahre alt zu sein und dann einem Frankfurter Kiwi gegenüberstehen, dem man natürlich sportlich nicht gewachsen sein kann, ist sicher nicht das Ziel eines Teenagers, um sich erfolgreich im Rugby weiter zu entwickeln. Hier fehlt klar bei den rot-grünen Füchsen die gesunde Mischung aus Erfahrenheit und Unbekümmertheit im Kader.
Dass es aber funktionieren kann, beweisen seit Jahren die Löwen vom Neckar. Sie setzen ebenfalls auf ihre hervorragende Jugend, spielen seit dem Wiederaufstieg 2004 immer um die Play-Off Plätze mit und zeigen erfrischendes Rugby. Sie haben eben diese gesunde Mischung in der Mannschaft, die in Heusenstamm derzeit fehlt. Und sie hatten den Mut, vor 2 bis 3 Jahren den Trainer zu wechseln, einen jungen erfahrenen Mann einzusetzen, der die Linie des TSV weiterführte. Mit Erfolg.
Dieses wünscht man sich beim RKH ebenfalls.
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