
Als ich Marius kennen lernte, kam er gerade in die 5. Klasse der Realschule in der ich in Rechberghausen bei Göppingen unterrichte. Ich wurde sein Sportlehrer und, weil er sich sofort für unsere Rugby Ag interessierte, sein Rugbytrainer. Marius erwies sich sehr schnell als ein sehr begabter junger Spieler: er war schnell, wendig und vor allem unheimlich ausdauernd und er hatte eine Qualität, die für unseren Sport sehr wichtig ist: er war sehr diszipliniert.
Nach den Osternferien 2005 kam plötzlich Marius nicht mehr in die Schule und wir erfuhren, dass er im Krankenhaus lag. Nach und nach erfuhren wir, welche Krankheit ihn getroffen hatte: Schwere Aplastische Anemie. Bei dieser Krankheit ist die Funktion des Knochenmarks soweit gestört, dass die Bildung von Blutkörperchen in lebensbedrohlichem Maße eingeschränkt ist. Erst wurde stationär versucht, ihm zu helfen, was auch teilweise gelang: er kam, wenn auch unregelmäßig aber immer öfters, wieder in die Schule.
Wir konnten ihn besuchen und organisieren, dass Jens Schmidt, der Kapitän der Deutschen Rugby-Nationalmannschaft zu Besuch bei ihm nach Rechberghausen kam, ihm sein Nationaltrikot schenkte und ihm dadurch unheimliche Freude bereitete.
Wir nahmen auch Marius zu Spielen der Nationalmannschaft nach Heidelberg mit, wo er Jens wieder traf.
Im Sommer 2007 kam der Rückschlag: seine Blutwerte wurden wieder so schlecht, dass er stationär und dann immer wieder ambulant behandelt werden musste. Da wurde alle klar, dass nur eine Knochenmarktransplantation helfen kann. Die starken Medikamente, die er nehmen muss, würden auf Dauer seinen Leber und seine Nieren zerstören. Und eine allergische Reaktion auf die ständigen Bluttransfusionen wird immer wahrscheinlicher.
Marius kommt immer in die Schule, wenn er kann, ist aber sehr schnell müde, hat Kopfschmerzen und leidet unheimlich darunter, dass er kein Sport mehr machen darf. Er ist aber meistens sehr fröhlich, beklagt sich nie und will zur Schule kommen und seine Klassenkameraden - die sich alle wirklich rührend um ihn kümmern - sehen.
Seit Herbst 2007 bin ich sein Klassenlehrer. Wir beschlossen von der Schule aus alles mögliche zu tun, um Marius und seinen Eltern zu helfen. Wer von Ihnen Kinder hat, kann sich vorstellen, was seine große Schwester und seine Eltern durchmachen. Und uns ist allen klar: wenn er keinen Spender findet, wird er nicht mehr lange leben. Er ist jetzt erst 12 Jahre alt.
In Zusammenarbeit mit der DKMS ( Deutsche Knochenmarkspenderdatei) organisieren wir für den 17. Februar in der Schule eine Typisierungsaktion.
Der Stuttgarter Rugby Club organisiert das gleiche für Anfang März in Stuttgart-Degerloch.
Bei beiden Aktionen hoffen wir ca. 5000 Personen typisieren zu können. Bei einer Typisierung werden nur 5ml Blut abgenommen und später analysiert. Und das ist diese Analyse, die Geld kostet (ca. 50,- € pro Analyse). Deshalb ist es immens wichtig, neben den Typisierungsaktionen auch Geldspendeaktionen zu organisieren.
Seit Dezember 2007, als wir angefangen haben, rollt eine richtige große Schneeballwelle immer schneller und immer größer: Sportler, Vereine, Politiker, Schüler, Lehrer und Freunde der Familie organisieren sich und haben immer wieder tolle Ideen für Events mit und um Marius.
Der Bundesliga-Handball-Verein „ Frisch Auf Göppingen“ hilft, der Stuttgarter Rugby Club auch, zwei Benefizkonzerte sind organisiert, usw...
Nun wende ich mich, als sein Lehrer und Trainer, an meine Rugby Gemeinschaft: bitte helft uns auch, Marius zu retten durch Geldspenden (Überweisungsträger finden Sie auf der Websiteu nten), lassen Sie sich typisieren, informieren Sie sich über Typisierung, Knochenmarktransplantation und sprechen Sie so viele Leute an wie nur möglich. Es gibt viele Missverständnisse über Knochenmarktransplantationen: es hat mit Blutgruppen nichts zu tun, es ist keine Rückenmarktransplantation und es muss nicht schmerzhaft sein. Sie können sich übrigens auch bei Ihrem Arzt typisieren lassen. Sie müssen nur zwischen 17 und 55 Jahre alt sein.
In der Hoffnung, dass Sie alle Verständnis für meinen Appell haben ( ich habe mittlerweile sämtliche Hemmungen verloren!!!) und dass wir viel Typisierungen bezahlen können, dass wir einen Spender finden und dass wir Marius retten können, grüße ich Sie alle herzlichst.
Bernard Guyénot
Jugendwart RBW Süd
Landesbeauftragter JTFO Rugby Baden-Württemberg